Ich bin einzigartig! Warum wir nicht alle unter dem „gleichen“ leiden müssen

Die ayurvedische Betrachtungsweise der Wandlung in der Mitte des Lebens

von Petra Wolfinger und Kerstin Rosenberg

Ayurveda betrachtet jeden Menschen als Individuum. In Zeiten, in denen es eher darum geht, dass wir alle gleich gute PflichterfüllerInnen sind, geht es dem Ayurveda um die Einzigartigkeit. Die Menopause, oder besser das Klimakterium ruft spontan als Assoziation das Bild der genervten Frau auf den Plan, die sich aus- und wieder anzieht um sich bei der nächsten Wallung wieder auszuziehen. Keine Angst. So ist es nicht bei jeder Frau. Denn so einzigartig wie jede Frau ist, so eigen sind auch ihre Symptome.

Foto ©Petra Wolfinger

Im Ayurveda gehen wir von einer geschätzten Lebenserwartung von ca. 100 Jahren bei guter Führung aus. In der Mitte dieses, unseres gut geführten Lebens hört die Menstruation auf. Aus. Damit ist es auch schon rum mit der Beschreibung. Weil sich die Frau gepflegt, Konstitutions-gerecht ernährt und gelebt hat. Da gibt es dann auch keine „Probleme“ im Klimakterium. Da gibt eine große Portion Weisheit und Erfüllung der eigenen Bedürfnisse, weil alles andere, Ehefrau, Geliebte, Mutterschaft abgeleistet wurde.

Schauen wir uns die verschiedenen Dominanzen an, ergeben sich unterschiedliche Symptomatiken. Und diese deswegen, weil wir uns manchmal nicht gut versorgt haben. Weil wir unsere Weiblichkeit nicht gelebt haben, evtl. durch Hormone die Leitung unseres filigranen Körpers der Chemie überlassen, oder unseren Fokus und all unsere Kraft in Beruf und Familie gesetzt haben. Vielleicht sehr spät Kinder bekommen, viel und zu viel gearbeitet, statt uns, auch untereinander zu stärken.

So hat eine Vata Persönlichkeit mit Eintritt in diese Lebensphase und dem dazugehörigen Vata, einen wirklich hohen Vata Überschuss zu bewältigen. Es ist richtig trocken im System, auch die Knochendichte lässt zu wünschen übrig. Aber endlich wird es hier und da mal warm, weil all das Pitta Ama, das jetzt nicht mehr über das Monatsblut ausgeschieden werden kann über die Haut abgeht.

Frauenmantel
Foto ©Petra Wolfinger

Eine Frau, die prinzipiell viel Pitta ihr Eigen nennt, hat evtl. auch einen höheren Anteil an Hitze, den sie loswerden muss. Und hier und da denkt sich der Körper, das kann doch nicht wahr sein, ich bin doch eigentlich viel jünger, als das Alter auf dem blöden Ausweis und versucht mit viel Kraftaufwand die Eierstöcke noch zu Höchstleistung anzutreiben. Das kann gar nicht ohne sogenannte „flushes“ gehen.Und eine Frau, die etwas mehr Kapha hat, wird auch in dieser Lebensphase „ Wasser abgeben“, da bleibt es nicht bei einer Wallung allein, da sind dann auch alles Flüsse des Körpers in Form von Schweiß spürbar.

Und die Gewichtszunahme unter der viele Frauen leiden ist ein körpereigenes Rettungsunternehmen, denn ohne Fett liegen die „Nerven“ blank… und im Fettgewebe können kleine Dosen Östrogen produziert werden… noch Fragen?

Vortrag von Kerstin Rosenberg am 26.5. bei den Ayurveda Days

Buchtipp: Mit Ayurveda durch die Wechseljahre

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